Der innere Schweinehund…

“Natürlich weiß jeder, dass es den ‘inneren Schweinehund’ in der Realität eigentlich nicht gibt. Es handelt sich hier um ein sprachliches Bild für unsere inneren Widerstände und unsere Neigung, Aufgaben zu vermeiden und aufzuschieben”.

So unterschiedlich die Anforderungen im Beruf auch sein mögen, letztlich sind es zwei Dinge, auf die “Schweinehunde” besonders sensibel reagieren: Stress und Langeweile. “Da Ihr innerer Schweinehund darauf bedacht ist, es Ihnen möglichst bequem und angenehm zu machen, versucht er alles, um Sie vor unangenehmen Gefühlen wie etwa Stress oder Langeweile zu bewahren.”

Für eine dauerhafte, nachhaltige Motivation im Job gilt es daher, Unterforderung zu meiden und sich immer wieder neue Herausforderungen zu suchen, ohne sich aber zu überfordern!”

Der innere Schweinehund - den es ja eigentlich gar nicht gibt - wird immer dann zum Problem, wenn Menschen nicht die Fähigkeiten haben, Prioritäten zu setzen oder wenn Sie nicht bereit sind, den Preis für ihre Entscheidungen zu zahlen.”

Beispiel dafür sei eine Frau, die gerne Opernsängerin werden würde, aber nicht zu viel Zeit für Proben aufwenden will. “Sie ist nicht bereit, andere Aktivitäten zugunsten des Probens zu vernachlässigen, hält aber trotzdem an ihrem Idealbild fest”. In so einem Fall werde die Verantwortung gerne auf den inneren Schweinehund geschoben.

Die Metapher des inneren Schweinehundes zwei entscheidende Funktionen: “In der Figur des inneren Schweinehunds können wir einen Teil unserer Persönlichkeit von außen mit etwas Abstand ansehen, nämlich den Teil von uns, der aufschiebt und Vermeidungsstrategien fährt. Indem wir über den Schweinehund reden, distanzieren wir uns gleichzeitig von ihm und können ihn besser erkennen, und ihn schließlich als Teil unserer Persönlichkeit akzeptieren.”

Zudem habe diese Metapher etwas Humorvolles: “Wir können mit dem inneren Schweinehund kokettieren. Wir stören uns an ihm, ärgern uns sogar, können aber auch über ihn - und damit über uns selbst - lächeln.” Das helfe bei der konstruktiven Lösung unserer Probleme.

Berufstätige lassen sich am besten motivieren, ihren Schweinehund zu überwinden, wenn die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert werden, ihren Fähigkeiten entsprechen.

Dann entsteht Spaß und Motivation von allein. Und wenn der Spaß aus der Sache selbst kommt, dann können uns widrige Umstände erst mal gar nicht so viel anhaben. Dann spielt es auch keine so große Rolle mehr, wenn andere Urlaub haben und wir am Schreibtisch sitzen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Motivation nicht durch Anreize wie Lob oder Tadel erfolgt, sondern aus eigenem Antrieb. “Denn die leidenschaftliche Energie für die Arbeit kommt nicht von äußeren Anreizen wie etwa Prämien.”

Meiner Ansicht nach muss die Motivation vielmehr von innen kommen. Sie stelle sich dann ein, wenn der Mensch das mit Hingabe tue, was er selbst gewählt habe. “Wenn Sie dagegen jemand von außen motivieren kann, könnte Sie ein anderer auch demotivieren.” Deshalb rate ich selbst Verantwortung für Ihre Arbeitsenergie und Arbeitsfreude zu übernehmen.

Wer sich selbst motivieren will, sollte die psychologische Struktur des inneren Schweinehundes berücksichtigen: “Schweinehunde sind Gewohnheitstiere. Es gehört nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, etwas Neues gegen den Strom unserer altbekannten Gewohnheiten zu etablieren.

Deshalb empfehle ich: “Nehmen Sie sich am Anfang nicht zu viel vor! Überforderung führt zu Stress und reizt den Schweinehund. Steigern Sie Ihr Pensum lieber langsam.” Zweiter Tipp: “Geben Sie Ihrem neuen Vorhaben Vorrang vor anderen Dingen! Schweinehunde-Angelegenheiten haben Vorfahrt!”

Um den inneren Schweinehund an die Leine zu legen, rate ich, möglichst keine Ausnahmen zuzulassen. “Denn die erste Ausnahme hat meist die zweite zur Folge und schnell haben Sie Ihr Vorhaben an den Nagel gehängt.” Denn das Credo des inneren Schweinehunds laute: “Ausfallen lassen – schleifen lassen – sein lassen!”

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